Wie viele Bitcoin sind dauerhaft verloren?
Laut einer viel zitierten Chainalysis-Analyse sind schätzungsweise zwischen 2,3 und 3,7 Millionen Bitcoin dauerhaft unzugänglich — das entspricht etwa 11 bis 18 Prozent aller jemals erzeugten Einheiten. Ein erheblicher Teil davon liegt in Wallets, deren Zugangsdaten für immer verloren gingen, oft weil niemand rechtzeitig für den Ernstfall vorgesorgt hatte.
Häufige Fragen
Wie kommt diese Schätzung zustande?
Chainalysis wertet dafür nicht einzelne Wallets aus, sondern das Bewegungsmuster ganzer Adress-Cluster: Bitcoin, die bereits vor 2014 angesammelt wurden und seither nie wieder ausgegeben wurden, stuft die Analyse als wahrscheinlich verloren ein. Das ist eine statistische Näherung, kein Zählstand — die Blockchain speichert schließlich nicht, warum eine Wallet stillsteht, nur dass sie es tut. Deshalb nennt Chainalysis selbst eine Spanne statt einer einzelnen Zahl.
Welche bekannten Fälle zeigen das Problem?
Ein einprägsames Beispiel ist der Zusammenbruch der kanadischen Kryptobörse QuadrigaCX Ende 2018: Die Plattform verlor den Zugriff auf umgerechnet rund 190 Millionen kanadische Dollar an Kundengeldern, weil nur eine einzige Person die privaten Schlüssel kannte und unerwartet verstarb. Die kanadische Aufsichtsbehörde Ontario Securities Commission stellte später fest, dass ein erheblicher Teil des Fehlbetrags tatsächlich auf Betrug und nicht auf verlorene Schlüssel zurückging — ein Hinweis, dass „verloren" nicht immer bedeutet, was es zunächst scheint, während das zugrunde liegende Risiko eines einzigen Schlüsselinhabers ohne Vertretung sehr real bleibt.
Was hat die berühmte Bitcoin-Pizza mit verlorenen Bitcoin zu tun?
Im Mai 2010 bezahlte ein früher Nutzer zwei Pizzen mit 10.000 Bitcoin — dem ersten dokumentierten Kauf mit der Kryptowährung überhaupt. Die Coins waren nicht verloren, sondern bewusst ausgegeben, doch die Geschichte zeigt dieselbe Dynamik wie die Verlustschätzungen: Frühe, damals fast wertlose Bestände repräsentieren heute Summen in Millionenhöhe. Genau das macht auch verlorene Wallets aus der Frühzeit so folgenreich — nicht die Menge an Bitcoin, sondern deren heutiger Wert.