Wie viele Bitcoin sind dauerhaft verloren?

Laut einer viel zitierten Chainalysis-Analyse sind schätzungsweise zwischen 2,3 und 3,7 Millionen Bitcoin dauerhaft unzugänglich — das entspricht etwa 11 bis 18 Prozent aller jemals erzeugten Einheiten. Ein erheblicher Teil davon liegt in Wallets, deren Zugangsdaten für immer verloren gingen, oft weil niemand rechtzeitig für den Ernstfall vorgesorgt hatte.

Zuletzt geprüft: 10.08.2026Gilt in DE · AT · CHIch bin neugierig

Der Bitcoin-Friedhof

Jeder Punkt steht für 100.000 Bitcoin. Zusammen sind es alle 21 Millionen, die es nach den Regeln des Protokolls je geben wird. Farbig markiert ist, was nach Schätzung von Chainalysis dauerhaft unzugänglich ist.

  • 2,3 Mio. — vorsichtige Schätzung
  • bis 3,7 Mio. — obere Schätzung
  • in Bewegung

Gegenwert

162 bis 261 Milliarden Euro

Zum Kurs von rund 70.600 € je Bitcoin am 19. September 2026. Ein Stichtag, kein Livekurs — die Zahl altert, und das soll man ihr ansehen.

Zum Verhältnis

Die Festplatte von Newport — der bekannteste Einzelfall überhaupt — trug 8.000 Bitcoin.

Das sind 0,08 von einem einzigen Punkt in diesem Raster. Der berühmteste Verlust der Kryptogeschichte ist auf dieser Fläche nicht zu sehen.

Alle Zahlen sind Schätzungen. Die Blockchain speichert nicht, warum eine Adresse stillsteht — nur, dass sie es tut. Chainalysis stuft Bestände als wahrscheinlich verloren ein, die vor 2014 angesammelt und seither nie bewegt wurden. Darunter sind auch Menschen, die schlicht geduldig sind. Genau deshalb steht hier eine Spanne und keine Zahl.

Häufige Fragen

Wie kommt diese Schätzung zustande?

Chainalysis wertet dafür nicht einzelne Wallets aus, sondern das Bewegungsmuster ganzer Adress-Cluster: Bitcoin, die bereits vor 2014 angesammelt wurden und seither nie wieder ausgegeben wurden, stuft die Analyse als wahrscheinlich verloren ein. Das ist eine statistische Näherung, kein Zählstand — die Blockchain speichert schließlich nicht, warum eine Wallet stillsteht, nur dass sie es tut. Deshalb nennt Chainalysis selbst eine Spanne statt einer einzelnen Zahl.

Welche bekannten Fälle zeigen das Problem?

Ein einprägsames Beispiel ist der Zusammenbruch der kanadischen Kryptobörse QuadrigaCX Ende 2018: Die Plattform verlor den Zugriff auf umgerechnet rund 190 Millionen kanadische Dollar an Kundengeldern, weil nur eine einzige Person die privaten Schlüssel kannte und unerwartet verstarb. Die kanadische Aufsichtsbehörde Ontario Securities Commission stellte später fest, dass ein erheblicher Teil des Fehlbetrags tatsächlich auf Betrug und nicht auf verlorene Schlüssel zurückging — ein Hinweis, dass „verloren" nicht immer bedeutet, was es zunächst scheint, während das zugrunde liegende Risiko eines einzigen Schlüsselinhabers ohne Vertretung sehr real bleibt.

Was hat die berühmte Bitcoin-Pizza mit verlorenen Bitcoin zu tun?

Im Mai 2010 bezahlte ein früher Nutzer zwei Pizzen mit 10.000 Bitcoin — dem ersten dokumentierten Kauf mit der Kryptowährung überhaupt. Die Coins waren nicht verloren, sondern bewusst ausgegeben, doch die Geschichte zeigt dieselbe Dynamik wie die Verlustschätzungen: Frühe, damals fast wertlose Bestände repräsentieren heute Summen in Millionenhöhe. Genau das macht auch verlorene Wallets aus der Frühzeit so folgenreich — nicht die Menge an Bitcoin, sondern deren heutiger Wert.