Anleitungen, Rechtsgrundlagen und ehrliche Antworten — für alle, die vorsorgen wollen, und für alle, die gerade einen Menschen verloren haben.
Die ersten Schritte, nach Dringlichkeit geordnet. Sie müssen nicht alles heute erledigen.
Schritt-für-Schritt-Anleitungen, wie Sie bei den großen Anbietern festlegen, wer nach Ihrem Tod Zugriff auf Ihr Konto erhält.
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Digitale Güter sind selten Eigentum. Was tatsächlich auf Erben übergeht und was mit dem Vertrag endet.
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Was jetzt zu tun ist — nach Dringlichkeit geordnet, mit Fristen. Sie müssen nicht alles heute erledigen.
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Wallets, Seed Phrases und Börsenkonten — was Erben brauchen und was ohne Vorsorge unwiederbringlich verloren ist.
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Erbschein, Pflichtteil, Fristen — die rechtlichen Grundlagen für Deutschland, Österreich und die Schweiz im Vergleich.
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Was passiert, wenn niemand vorgesorgt hat — belegte Fälle und Größenordnungen statt Schätzungen.
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Apple erlaubt es, bis zu fünf Personen als Nachlasskontakt zu hinterlegen, die nach Vorlage einer Sterbeurkunde Zugriff auf iCloud-Daten erhalten. Die Einrichtung dauert etwa vier Minuten und erfolgt direkt in den Apple-ID-Einstellungen auf iPhone, iPad oder Mac.
Google nennt die Funktion „Kontoinaktivität-Manager“: Sie legen fest, nach wie vielen Monaten ohne Anmeldung bis zu zehn Vertrauenspersonen benachrichtigt werden und welche Daten sie erhalten. Optional wird das Konto danach automatisch gelöscht.
Facebook kennt zwei getrennte Wege: einen zu Lebzeiten benannten Nachlasskontakt, der das Profil später im Gedenkzustand verwaltet, und die Löschung des Kontos nach dem Tod. Beides schließt sich gegenseitig aus und wird in den Kontoeinstellungen festgelegt.
Rechtlich gehört Ihnen kein einziges Spiel Ihrer Steam-Bibliothek — Sie haben Nutzungslizenzen erworben, die laut Nutzungsbedingungen nicht übertragbar sind. In der Praxis geht ein Konto dennoch weiter, wenn Erben die Zugangsdaten besitzen.
Ja — und das ist bei digitalen Diensten die Ausnahme, nicht die Regel. Guthaben ist schlicht Geld und fällt damit in den Nachlass, während man bei den meisten anderen Diensten nur einen Vertrag beendet, statt etwas zu erben.
Bitcoin ist vererbbar wie jeder andere Vermögenswert — juristisch ist das unstrittig. Praktisch erben Ihre Angehörigen aber nur dann etwas, wenn sie an den privaten Schlüssel kommen; ohne ihn gibt es keine Instanz, die den Zugang wiederherstellen könnte.
Das PayPal-Konto eines Verstorbenen kann von Erben aufgelöst werden; PayPal verlangt dafür laut eigenem Hilfebereich die Sterbeurkunde sowie einen Nachweis der Erbberechtigung, etwa einen Erbschein oder ein eröffnetes Testament. Eine feste Bearbeitungsfrist nennt PayPal nicht — bis zur Klärung bleibt das Konto gesperrt, ohne dass dadurch zusätzliche Kosten entstehen.
In den ersten Tagen sind laut § 28 Personenstandsgesetz nur wenige Dinge wirklich fristgebunden: die ärztliche Todesbescheinigung und die Anzeige beim Standesamt spätestens am dritten auf den Tod folgenden Werktag. Die Sterbeurkunden und die Bestattung selbst haben je nach Bundesland mehr Spielraum, auch wenn es sich in den ersten Stunden nicht so anfühlt.
Ein Ledger ist ohne die 24-Wort-Wiederherstellungsphrase für Erben wertlos — das Gerät selbst nützt ohne PIN nichts, und Ledger kann weder PIN noch Phrase zurücksetzen. Die Phrase muss deshalb getrennt vom Gerät hinterlegt und im Erbfall auffindbar sein.
Ein Erbschein weist die Erbenstellung gegenüber Banken und Behörden nach und wird beim Nachlassgericht beantragt; laut einer Umfrage des Deutschen Anwaltvereins von 2025 dauert das Verfahren in über 40 Prozent der unstrittigen Fälle länger als sechs Monate, bei Streit häufig über ein Jahr. Österreich und die Schweiz kennen kein Erbschein-Verfahren in dieser Form, sondern den Einantwortungsbeschluss beziehungsweise die Erbbescheinigung.
Laut einer viel zitierten Chainalysis-Analyse sind schätzungsweise zwischen 2,3 und 3,7 Millionen Bitcoin dauerhaft unzugänglich — das entspricht etwa 11 bis 18 Prozent aller jemals erzeugten Einheiten. Ein erheblicher Teil davon liegt in Wallets, deren Zugangsdaten für immer verloren gingen, oft weil niemand rechtzeitig für den Ernstfall vorgesorgt hatte.